ASTTI-Umfrage über die Vertraulichkeit und Sicherung von Daten

Methode und Teilnehmende

Die Online-Umfrage des Schweizerischen Übersetzer-, Terminologen- und Dolmetscher-Verbands (ASTTI) zur Datensicherheit wurde auf der Website des ASTTI, über Twitter, mit einer E-Mail an die Mitglieder des ASTTI sowie über FIT Europe beworben. Die Umfrage war vom 25. November 2015 bis zum 22. Februar 2016 online.

Insgesamt nahmen 241 Personen an der Umfrage teil. 25 % der Befragten sind Mitglied eines Schweizer Berufsverbands. Mit 22 % bilden die Mitglieder deutscher Verbände die zweite Gruppe, gefolgt von Belgien (14 %) und Frankreich (10 %). Die weiteren Länder (Griechenland, Australien, Grossbritannien, Österreich, Slowenien usw.) machen zusammen 22 % aus. 7 % sind keinem Berufsverband angeschlossen.

Zusammenfassung
Back-up ja, Verschlüsselung nein
Egal ob bei der Übermittlung oder beim Speichern: nur ganz wenige der Befragten verschlüsseln Daten und Dokumente. Obwohl Übersetzerinnen und Übersetzer Teil einer Informationskette sind, in der oft vertrauliche oder persönliche Daten verarbeitet werden, und obwohl Übersetzerinnen und Übersetzer wie alle Freiberufler ein Interesse hätten, ihre eigenen Daten zu schützen, ist das Bewusstsein für die Bedrohungen der Vertraulichkeit und die Risiken eines ungewollten Informationsverlusts offensichtlich nicht weit verbreitet. Dies scheint allerdings auch bei vielen Auftraggebern der Fall zu sein.

Dagegen weiss die grosse Mehrheit um die Notwendigkeit, sich vor Datenverlust im Falle eines technischen oder anderen Problems zu schützen. Sie erstellen darum regelmässig Sicherungskopien. Viele gehen sogar noch einen Schritt weiter und bewahren Sicherungskopien an einem anderen Ort als die Originaldatenträger auf.

MÜ und Online-TMS werden kaum genutzt
Die Verwendung von maschineller Übersetzung als auch von Online-Translation-Memory-Systemen ist unter den Befragten nur wenig verbreitet. Das Bewusstsein über die damit verbundene Vertraulichkeitsproblematik ist hier besonders gross. Der Hauptgrund, weshalb MÜ nicht verwendet wird, ist – wenig überraschend – die ungenügende Qualität der Übersetzungsvorschläge. Der deutlich meistgenutzte MÜ-Anbieter ist Google, während der zweite grosse Anbieter, Microsoft Translator (Bing) praktisch nicht genutzt wird, obwohl Microsoft mit dem Microsoft Translator Hub die Möglichkeit bietet, die automatische Übersetzung ohne grossen Aufwand auf die spezifischen Dokumente des einzelnen Nutzers zu spezialisieren und die Übersetzungsvorschläge so potenziell zu verbessern, was möglicherweise den meisten Befragten nicht bekannt ist.
Etwas erstaunlich ist, dass sich viele Befragte bei der Verwendung von MÜ und Online-TMs der Problematik der Vertraulichkeit der Daten durchaus bewusst sind, während ein Grossteil der Befragten kein Problem darin sieht, ihre E-Mails und Back-ups nicht zu verschlüsseln.

Am 8. April 2016 organisiert der ASTTI ein Seminar auf Französisch zum Thema «Sécurité des données et la protection de l’identité numérique». Falls Sie mehr über dieses aktuelle Thema erfahren möchten, können Sie sich noch bis zum 2. April für das Seminar anmelden.

Ausführliche Auswertung

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