Bildung Schweiz (11/2020): Zwischen den Sprachen und voll mittendrin

Übersetzerinnen und Übersetzer müssen für ihre Arbeit nicht nur ein Gespür für Sprachen mitbringen. Sie sind auch darin versiert, den Spagat zwischen wortgetreuer und freier Übersetzung zu schaffen und mit digitalen Tools umzugehen.

Ohne sie könnten wir weder Texte in fremden Sprachen lesen noch würde die Kommunikation in der mehrsprachigen Schweiz funktionieren: Übersetzerinnen und Übersetzer. Sie stehen zwischen der Person, die den Text schreibt, und derjenigen, die den Text liest. «Ich leite nicht den Kommunikationsprozess, bin aber ein aktives Glied, damit die Botschaft ankommt», erklärt Sylvain Faysse, Leiter der Abteilung Traduction bei der Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH. Oder wie er es schmunzelnd formuliert: «Ich bewege mich im Röstigraben und pflanze dort Blumen.» Wie alle seine Berufskolleginnen und -kollegen übersetzt Faysse jeweils in seine Muttersprache, in seinem Fall von der Ausgangssprache Deutsch in die Zielsprache Französisch.

Von Übersetzung profitieren beide Texte
Auch Markus Nussbaumer, Leiter der Sek­tion Deutsch bei den Zentralen Sprachdiensten der Bundeskanzlei, sieht sich als Vermittler: «Übersetzerinnen und Übersetzer bauen den Leuten eine Brücke, damit ihnen etwas zuganglich wird.» In seinem beruflichen Kontext der Rechtsetzung gehe es konkret darum, dass der Staat zu den Menschen in diesem Land in drei oder vier gleichberechtigten Sprachen sprechen könne. Für Nussbaumer ist dies eine riesige Chance: «Die Rechtstexte werden klarer, verständlicher und präziser verfasst, weil sie übersetzt werden müssen. Denn jede Übersetzung wirft Fragen zum Ausgangstext auf, und wenn sie wieder darauf zurückwirken kann, werden Ausgangstext und Übersetzung besser.»

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