Roboter übersetzt Bundesreglemente

Der Bund testet die deutsche Software Deepl an Vorstössen und Amtsberichten - Experten warnen

Mischa Aebi

Quelle: SonntagsZeitung vom 17.11.2019

Bern In der Bundesverwaltung läuft derzeit ein brisanter Test: Alle sieben Departemente des Bundes lassen amtliche Dokumente im Rahmen eines Pilotprojekts statt von Übersetzern aus Fleisch und Blut von Robotern übersetzen. Die Bundesbeamten füttern die zu Versuchszwecken beschaffte Übersetzungsmaschine nicht etwa nur mit belanglosen Briefen und Texten für Internetseiten. Sie lassen die Software auch «parlamentarische Vorstösse, neue Reglemente, Amtsberichte und Fachtexte» übersetzen, wie Recherchen zeigen.

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Die Vertraulichkeit ist nicht gewährleistet

Der Schweizerische Übersetzer- und Dolmetscher-Verband (ASTTI) sieht in Deepl eine grosse Gefahr. Verbandspräsidentin Roxane Jacobi warnt: «Die Texte, die mit Deepl übersetzt werden, werden auf den externen Servern vom deutschen Unternehmen gespeichert, um die Übersetzungsalgorithmen zu trainieren und zu verbessern.» Vertraulichkeit und Datenschutz seien nicht gewährleistet. Selbst die kostenpflichtige Version von Deepl biete diesbezüglich keinen absoluten Schutz, sagt Jacobi.

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