Zürich

Stammtisch – Marketing als Sprachexperte/-in

13. März ab 18 Uhr im Restaurant Vis-à-Vis, Talstrasse 40, Zürich

Zusammenfassung der Ideen zum Thema Marketing als Erinnerung und natürlich auch für die, die leider nicht dabei sein konnten.

Hinweis: Letztendlich haben wir uns mehr auf das Marketing und die Positionierung als selbständige Sprachexperten/-innen konzentriert und nicht auf das Voranbringen des Berufstands insgesamt. Natürlich geht das auch ein wenig Hand in Hand (wenn man seinen Wert gut vermitteln und faire Preise erzielen kann, profitiert der ganze Berufsstand davon), aber Letzteres können wir vielleicht auch noch ein ander Mal vertiefen.

Die Inputs von unserem Treffen:

Preise
- Der ASTTI darf bekanntlich keine Preisempfehlungen mehr herausgeben, aber angemessene Preise (keine Dumpingpreise) sind wichtig für die einzelnen Übersetzer und den ganzen Berufsstand! Auf den Seiten einiger Übersetzungsagenturen kann einen Text einspeisen und sich den Preis berechnen lassen (aus Kundensicht). Vielleicht hilft das aber auch zur eigenen Preisfindung, einen Versuch kann es wert sein.

Networking & Kollegialität
- Netzwerken und Präsenz in der "Community" sind wichtig
> Natürlich sind ASTTI-Treffen, aber auch andere Veranstaltungen in diesem Bereich wertvoll fürs Netzwerken (Kurse, Workshops, Roadshows usw.)
> Xenia Schwaller veranstaltet auch regelmässig Treffen für Sprachinteressierte im Kreis 7 in Zürich ("le cercle des traducteurs") und hat auch einen eigenen Blog und Podcast
- Auf LinkedIn der ASTTI-Unternehmensseite folgen (nähere Informationen folgen) und auch relevante Artikel von KollegInnen teilen; und natürlich selbst Interessantes posten und auf sich aufmerksam machen
- Wenn man für längere Zeit in den Ferien ist, könnte man in seiner Abwesenheitsnotiz in der E-Mail KollegInnen als Ferienvertretung angeben. So freut sich die Kollegin und der Kunde auch.
- KollegInnen für andere Sprachen/Fachgebiete oder bei eigener Überlastung empfehlen (s. auch Sprachen und Fachgebiete auf der Teilnehmerliste der Regionaltreffen)
- Sich im Berufsverband zu engagieren, kann wertvolle Kontakte ermöglichen.

Präsentation & Qualität
- Eine eigene Webseite und LinkedIn-Profil können wichtig sein, auch wenn darüber meistens nicht primär die Aufträge kommen (dient aber als erweiterte Visitenkarte, wenn man empfohlen wurde und potentielle Kunden sich ein Bild machen wollen).
- Das ASTTI-Logo in der Signatur verwenden, wenn man Vollmitglied (früher "zertifiziert") ist (assoziierte Mitglieder und angestellte Mitglieder über die Firma dürfen dies nicht). Es achten mehr Kunden auf ASTTI-Qualität, als man vielleicht denkt!
- Dazu ist mir noch eingefallen, dass Christoph Rüegger (unser Präsident) auch mal meinte, dass man sich das Swiss Label holen kann, wenn man ASTTI-Vollmitglied ist. Das signalisiert auch Professionalität (und kostet, meine ich, um die CHF 80 im Jahr).

Direktkunden gewinnen & halten
- eine Möglichkeit, Direktkunden zu gewinnen, könnte sein, Firmen anzuschreiben, die viele sprachliche Fehler auf ihrer Webseite haben. Kommt nicht immer gut an, kann aber einen Versuch wert sein.
- Spezialisierung ist wichtig! Fachgebiet finden und dann auch auf Veranstaltungen gehen, wo sich potentielle Kunden aufhalten (Medizinkongress, Veranstaltungen im Rechtsbereich... Eben Fachtagungen zu bestimmten Themen aus dem jeweiligen Fachbereich).
- In diesem Kontext kann man auch versuchen, Artikel über die eigene Arbeit in Fachzeitschriften zu veröffentlichen, quasi als "kostenlose Werbung".
- In Zusammenhang mit dem Swiss Label meinte Christoph auch, dass man dann auf die jährliche Veranstaltung darf, wo sich alle Swiss-Label-Unternehmen treffen > alle möglichen Branchen, viele potentielle Direktkunden!
- Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, nie "Nein" sagen > lieber an Kollegen abgeben oder andere Lösungen für den Kunden suchen, sodass er wieder fragt.
- Für bestehende Kunden oder zur Neukundengewinnung kleine, nicht-monetäre Geschenke machen: 4-Augen-Korrektur gratis dazu, Mini-Übersetzung oder Korrekturlesen auch mal umsonst, wenn es sonst ein guter Kunde ist, der fair bezahlt und viele Aufträge schickt usw.
- Weihnachtskarten und/oder kleine Aufmerksamkeiten verschicken
- Kunden auch mal besuchen (oft ist es wichtig, ein Gesicht zum Namen zu haben)

Hier noch einige Empfehlungen von uns zum Thema:

Buchempfehlungen
BDÜ-Fachverlag:
- Wie Sie sich als Freiberufler optimal vermarkten und Kunden gewinnen
- Positionierung als freiberuflicher Übersetzer
- Erfolgreich selbstständig als Dolmetscher und Übersetzer, 5. Auflage

Sonstige:
- Miriam Neidhardt – Überleben als Übersetzer: Das Handbuch für freiberufliche Übersetzerinnen
- Judy Jenner – The Entrepreneurial Linguist: The Business-School Approach to Freelance Translation (English Edition)
- Corinne McKay – verschiedene Bücher

SDL-Webinare
Die SDL-Webinare sind meiner Erfahrung nach gar nicht schlecht und vor allem umsonst! Wenn man an dem Termin nicht kann, ist es kein Problem, sobald man angemeldet ist, bekommt man danach auch automatisch eine E-Mail mit dem Link zur Aufzeichnung. Sie sind oft auf Englisch, es gibt aber auch Angebote in weiteren Sprachen und eben nicht nur zu Trados-Themen, sondern auch Marketing für Freelancer, Machine Translation usw.
- SDL Trados Q&A mit Judy Jenner und Corinne McKay zum Thema: "How to improve your freelance translation business" (wirklich sehr interessante Inputs)
- weitere Webinare

In diesem Sinne wünschen wir weiterhin frohes Netzwerken und ein erfolgreiches Marketing! Wir hoffen, Sie/euch bei unserem nächsten Zürich-Treffen am 21. Mai wieder begrüssen zu dürfen. Nähere Informationen folgen.

Sabine Frössl, Anna Papapaschalis
Regionalgruppe Zürich

Weitere Termine 2019 (Änderungen vorbehalten)

Dienstag, 21. Mai
Donnerstag, 5. September
Dienstag, 19. November